Biographie

Die Oktave

Hans Cousto (*1948, Monthey, Schweiz) studierte Mathematik an der ETH Zürich und beschäftigte sich früh mit grundlegenden Fragen zu Struktur und Ordnung von Wirklichkeit.

In den 1970er-Jahren prägten Reisen, philosophische Suche und intensive Beschäftigung mit Musik, Astronomie und Bewusstseinsforschung seinen Weg. 1975 zog er nach München, wo er in der Riedlstraße in einer Wohngemeinschaft aus Musikern, Malern, Hippies und anderen Freigeistern lebte. Dieses kreative und experimentelle Umfeld wurde zum Nährboden für die spätere Entwicklung der Kosmischen Oktave.

Entdeckung der Kosmischen Oktave

Am 2. Oktober 1978 entstand aus einer intensiven Vision eines „symphonischen Planetenkonzerts“ die Idee, astronomische Perioden mithilfe der Oktave in hörbare Tonfrequenzen zu übertragen.

Diese Übertragung natürlicher Zyklen in Musik wurde als Kosmische Oktave bekannt und bildete die Grundlage für zahlreiche weitere Arbeiten.

Erste Veröffentlichungen und Verbreitung

Mit dem wachsenden Interesse an seinen Vorträgen entstand 1979 die erste Broschüre „FARBTON TONFARBE UND DIE KOSMISCHE OKTAVE“. Sie wurde handgeschrieben, fotokopiert und mit der Nähmaschine gebunden. Die Auflage von 250 Exemplaren war zunächst für den engeren Freundes- und Interessentenkreis bestimmt.

Parallel dazu wurden die ersten Stimmgabeln mit den berechneten Frequenzen der Erd- und Planetentöne hergestellt und im direkten Umfeld weitergegeben. Seminare und weitere Veröffentlichungen trugen dazu bei, die Grundlagen der Kosmischen Oktave einem größeren Kreis zugänglich zu machen.

Bücher und wissenschaftliche Arbeiten

Seine Arbeiten verbinden Mathematik, Astronomie, Musik und Wahrnehmung. In den 1980er- und 1990er-Jahren veröffentlichte Cousto zentrale Werke, darunter:
• Die Kosmische Oktave (1984)
• Die Oktave – Urgesetz der Harmonie (1987)
• Die Töne der Kosmischen Oktave (1989)
• Klänge Bilder Welten (1999)
• Heilsame Frequenzen (2016, mit Thomas Künne)

Zusammenarbeit und Projekte

Cousto arbeitete u. a. mit:
• Steve Schroyder (musikalische Forschung)
• Star Sounds Orchestra (planetar gestimmte Musik)
• Matthias Pauschel (Projekt „Orpheus“)
Das Projekt Orpheus war ein optisch-akustischer Synthesizer zur gezielten Beeinflussung von Bewusstseinszuständen.

Technokultur und Forschung

Seit den 1990er-Jahren engagierte sich Cousto im Umfeld von Technokultur und Bewusstseinsforschung (u. a. Eve & Rave).

Seine Arbeiten umfassen Themen wie:
• Klangumsetzung von Molekülstrukturen (z. B. MDMA, THC)
• Musik als Träger veränderter Bewusstseinszustände
• Verbindung von Klang, Rhythmus und Wahrnehmung

Vom Makro- zum Mikrokosmos

Es ist ein konsequenter Schritt, nicht nur die langsamen astronomischen Perioden mithilfe des Oktavgesetzes in den Hörbereich zu übertragen, sondern ebenso die hochfrequenten Schwingungen von Atomen und Molekülen hörbar zu machen.

Aktuelle Entwicklungen

Auch in jüngerer Zeit wirkt Cousto an kulturellen und wissenschaftlichen Projekten mit. Ein Beispiel ist die Mitwirkung an der Initiative zur Anerkennung der Berliner Technokultur als immaterielles UNESCO-Kulturerbe (2024).